ADFC-Kandidatencheck

Für alle, die es interessiert, habe ich den Fragebogen zum Kandidatencheck des ADFC beantwortet:

 

1.) Ihr persönliches Verhältnis zum Fahrrad:
a) Besitzen Sie ein Fahrrad?
Ja, leider nur Eines, ein aufgerüstetes Trekkingrad
b) Wie häufig fahren Sie Fahrrad?
Täglich, ich unterhalte kein ein eigenes Automobil. Meine Kilometerleistung liegt im Sommer bei rund 350 km monatlich, im Winter beschränke ich mich auf die wichtigsten Alltagsfahrten. Dank Winterreifen sind die dann rund 180 km monatlich gut zu bewältigen.
c) Fahren Sie in der Freizeit oder auch im Alltag Fahrrad?
Im Alltag, denn ich unterhalte kein ein eigenes Automobil. Da ich Freude am Radfahren empfinde fahre ich aber auch in der Freizeit Touren. Kurze Touren am Abend oder auch mal längere Tagestouren sind ein guter Ausgleich für Bewegungsmangel.
d) Benutzen Sie jeden Radweg oder fahren Sie auch mal auf der Fahrbahn?
Da alle seriösen Studien belegen, daß Fahrradfahrer auf der Fahrbahn sicherer als auf dem begleitenden Radweg unterwegs sind, fahre ich generell auf der Fahrbahn. Nur dort, wo eine Radwegebenutzungspflicht angeordnet ist, nutze ich den Radweg, wenn dieser stetig im Verlauf, fahrbahnbegleitend, benutzbar und zumutbar ist. Allerdings nutze ich auch gerne Nebenwege, etwa den Rotenhöfer Weg als Alternative zur Fockbeker Chaussee.

 

2.) Verkehrsrecht und -sicherheit:
a) Behindern Fahrradfahrer auf der Fahrbahn nach Ihrer Auffassung den Verkehr?
Nein, rollender Verkehr kann per definitionem niemanden behindern. Jedoch stehen beständig Blechbüchsen im Weg, weil sie sich mal wieder versammeln, um einen Stau zu bilden.
b) Wer entscheidet für Rendsburg über Beschilderungen?
Die §§ 39 und 45 StVO, auf deren Basis die Straßenverkehrsbehörde. Da Rendsburg mehr als 20.000 Einwohner hat, hat die Stadt eigene Befugnisse. Diese hat auch zaghaft begonnen, den Schilderwald zu lichten.
c) Sind Drängelgitter oder Umlaufsperren für Sie ein geeignetes Mittel zur Ordnung des Verkehrs?
Nein! Tandems, mehrspurige Fahrräder oder Fahrräder mit Anhänger werden durch Umlauf sperren behindert, ebenso Fußgänger mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Einige Juristen erkennen in Umlaufsperren gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr.Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA2010) bieten Muster für hindernisfreie Entschleunigungsmaßnahmen.
d) Sind Freigaben für Fahrradfahrer entgegen einer Einbahnstraße die Ausnahme oder der Regelfall?
In Rendsburg sind schon einige Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet. Da Einfahrtverbote aber Verkehrsbeschränkungen darstellen, muß nach § 45 StVO jede Einbahnstraße geöffnet werden.

3.) (Rad-)Verkehrspolitik in Rendsburg:
a) Welchen Stellenwert schreiben Sie dem Verkehrsmittel Fahrrad für Rendsburg zu?
Die Wege in der Region sind kurz. Bis 6 km Strecke ist das Fahrrad innerorts konkurrenzfähig zum Auto, wird gesagt. Die Wege in Re
ndsburg sind kürzer. Im Individualverkehr solte daher das Fahrrad neben den Schuhsohlen als Verkehrsmittel in Rendsburg und Umgebung die erste Wahl sein.
b) Wie bewerten Sie die „Radwegenetzkarte“ der Stadtverwaltung und die Velo­routen­führung?
Da gibt es ein treffendes Zitat von Klaus Schaffner. Das ist alles dringend überarbeitungsbedürftig. Insbesondere müssen die Velorouten ausgeschildert werden, es bedarf auch der Wegweiser zu wichtigen Zielen. Wenn klar wird, daß Neue Straße oder Wallstraße gute Alternativen sind, gibt es tagsüber auch weniger ordnungswidrig durch die Fußgängerzone Radelnde.
c) Was halten Sie von den Umbau- bzw. Erweiterungsplänen der Fahrradstation am Bahnhof?
Sehr gut! Pendler, die eine kluge Verknüpfung von Verkehrsmitteln wählen werden profitieren.
c) Wie bewerten Sie die Rendsburger Radwege baulich?
Selbst relativ neue Radwege unterschreiten die Mindeststandards für Radwege. Die Zumutbarkeit ist in der Verwaltungsvorschrift benannt. Diese verweist auch auf die ERA 2010. Besonders bedrückend ist das Wissen, daß ein Radweg umso gefährlicher ist, je schlechter er ist. Angesichts der Verkehrsanteils des Radverkehrs sollte dem Radverkehr mehr Raum zugestanden werden.
d) Welche Maßnahmen sollten in Rendsburg zur Förderung des Alltagsradverkehrs ergriffen werden? Können Sie sich vorstellen, nach Kopenhagener Vorbild im Winter zuerst die Radwege räumen zu lassen?
Die Radverkehrsinfrastruktur muß vorrangig verbessert werden. Die Abordnung der Radwegebenutzungspflichten muß aus rechtlichen Gründen ohnehin erfolgen; die baulich vorhandenen Radwege bleiben für unsichere Radler erhalten. Schutzstreifen sollten auf den Fahrbahnen aufgebracht werden, damit deutlich wird, daß Fahrradfahrer dort verkehren sollen. Gerade die breiten Straßen Kieler Straße und Alte Kieler Landstraße können durch die optische Schmälerung auch entschleunigt werden. Eine Spur der Tangenten könnte als Bus- und Fahrradspur genutzt werden. Mittelfristig muß der Jngfernstieg umgestaltet werden. An Sackgassen muß kurzfristig die Durchlässigkeit signalisiert werden.
e) Wie stehen Sie zur Veloroute 5, die eigentlich über die Weiße Brücke geführt werden sollte, und welche Lösungsansätze sehen Sie?
Leider hat der Rat sich für eine teure Lösung zum Schlendern entschieden. Nun bleibt nur die Umgestaltung des Jungfernstieges als Alternative, wenn Rathaus und Theater sowie die Innenstadt gut für den Radverkehr erschlossen werden sollen.
f) Welchen Stellenwert schreiben Sie dem Fahrradtourismus für Rendsburg zu?
Die Fahrradtouristen sind schon da. Auf der NOK-Route, dem Eider-Treene-Sorge-Radweg oder auch dem Ochsenweg warten sie darauf, abgepflückt zu werden. Nicht nur Beherberungsbetriebe können profiteren. Neben den Wohnmobilisten und Seglern kann der Fahrradtourismus ein wichtiges Wirtschaftsstandbein für Rendsburg bilden.